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Mein Tag in Haft

Ich möchte den Sommer mit seinen lauen Nächten nochmal so richtig genießen und habe mich dazu entschieden, dass es eine Nacht im Freien sein muss. Abenteuer und Sternenhimmel inklusive. Ich wünsche mir irgendwo in unberührter Natur zu übernachten, ohne überfüllte Zeltplätze mit lärmenden Nachbarn und Münzduschen. Ein wenig naiv, wie ich feststellen muss, denn so einfach ist das mit dem Zelten in Deutschland gar nicht. Denn, wie ich nach meinen Recherchen herausfinde, ist wild campen in Deutschland und in den meisten anderen europäischen Staaten erst einmal verboten und wer in Deutschland trotz Verbotes sein Lager aufschlägt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Aber auf privaten, eingezäunten oder anderweitig klar abgegrenzten Grundstücken ist die Rechtslage eindeutig. Hier darf man mit dem ausdrücklichen Einverständnis des Eigentümers zelten. Und hier sehe ich die Chance, doch noch zu meinem kleinen Zelt-Abenteuer zu kommen. Weil beim Zelten für mich auch immer Grillen und Lagerfeuer dazu gehört, stoße ich bei meinen Recherchen auf die „Hofladentour“ in Haft, einem Ortsteil von Ottersweier. Laut einem Zeitungsartikel gibt es in Haft gleich fünf Hofläde. Das verspricht kulinarische Köstlichkeiten direkt vom Erzeuger auf meinen Grill. Nach ein paar E-Mails und Telefonaten kann ich die Familie Pfeifer vom Laufbachhof davon überzeugen, mich, zwei bis drei Freunde und mein Zelt für eine Nacht zu beherbergen. Aber so ganz einfach will ich es meinen Mitstreitern dann doch nicht machen. Wir wandern bei strahlendem Sonnenschein erst einmal durch tolle Obstwiesen von Haft zur Burgruine Neu-Windeck. Eine eiserne Treppe führt hinauf zur Turmspitze des Burgfrieds und wir genießen einen atemberaubenden Rundblick in die Rheinebene, wo sogar das Straßburger Münster ganz ohne Fernglas zu erkennen ist. Meine lieben Freunde scharren allerdings bereits mit den Hufen und wir machen uns direkt auf den Rückweg nach Haft. Auf dem Hof angekommen, werden wir nicht nur von der jüngsten Tochter der Familie Pfeifer begrüßt,sondern auch von fast 50 stattlichen Angus-Rindern. denn das ist die Spezialität des Laufbachhofes. Wir legen unser anfängliche Scheu ab und lassen es uns nicht nehmen, die ein- oder andere Kuh persönlich zu begrüßen, so von Nachbar zu Nachbar, denn wir haben erfahren, dass wir unser Zelt direkt an der Kuhwiese aufbauen werden. Ein bisschen ein komisches Gefühl ist es schon, als wir später unsere Grill-Zutaten in dem dazugehörigen Hofladen einkaufen.Aber schon die Optik der Steaks verspricht nur Bestes und das sie ein tolles Leben haben, das können wir live und direkt sehen. Der Zeltaufbau ist dann nach ein paar Startschwierigkeiten so leicht wie geplant und wir können es nicht erwarten, den Grill anzuschmeißen. Dass ich der ungekrönte König beim Schnicken bin, muss Maike zur Kenntnis nehmen – sie darf dafür das Gemüse schnibbeln. In der Natur ist dann nicht nur das Essen handgemacht, auch die Musik kommt nicht aus der Konserve. Dass Abenteuer wirklich direkt vor der Haustüre beginnen, muss ich als Stadtmensch in der Nacht erfahren. Statt betrunkene Gröhler und Polizeisirenen, sind es Vogelschreie und andere Tierlaute, die mich in der Nacht aufschrecken lassen. Ein mutiger Blick aus dem Zelt wird von einem grandiosen Nachthimmel belohnt. Den Frühstücks-Kaffee machen wir am nächsten Morgen auf unserem mitgebrachten Gaskocher und meine einzigen Gedanken sind, hoffentlich kann ich diesen Sommer noch einmal mein Zelt aus- und meine Freunde einpacken.

Link zum Hofladen Laufbachhof